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Steps for Peace

Institut für Peacebuilding gemeinnützige GmbH

Zivil und Friedlich!? Rolle der Zivilgesellschaft im Peacebuilding

Zivil und Friedlich!?
Rolle der Zivilgesellschaft im Peacebuilding

26. März 2012

Die Erwartungen an den zivilen Beitrag zur Transformation von Gewaltkonflikten steigen sowohl von Seiten der Politik, des Militärs als auch der Zivilgesellschaft selbst.

Die Peacebuilding-Praxis zeigt, dass gegenwärtige Strategien oft an den Realitäten und Bedürfnissen der lokalen Zivilbevölkerung im Konfliktgeschehen vorbeigehen und somit Friedenspotentiale nicht ausgeschöpft werden. Für einen konzeptionellen Einstieg in die Debatte hatten wir Frau Dr. Thania Paffenholz für das Auftaktgespräch gewonnen.

Dr. Paffenholz ist Dozentin am Graduate Institute of International and Development Studies in Genf. Sie hat mit ihrer Publikation Civil Society and Peacebuilding (Lynne Rienner Publishers, 2010) einen wesentlichen Beitrag zum aktuellen Diskurs geleistet. Die im Buch präsentierten Ergebnisse basieren auf einem vierjährigen Forschungsprojekt, an dem 13 internationale Forschungseinrichtungen beteiligt waren.

Im Gespräch mit Cornelia Brinkmann, Steps for Peace, schilderte Frau Dr. Paffenholz Erkenntnisse aus der Forschung sowie deren Konsequenzen für die praktische Friedensarbeit. Thematisch führte der Abend in die zentralen Konzepte zu «Zivilgesellschaft» und «Peacebuilding» ein. Darauf aufbauende Handlungsempfehlungen und Veränderungsmodelle wurden aufgezeigt sowie Herausforderungen im Themenfeld näher beleuchtet.

Einladung Zivil und Friedlich

Bericht einer Teilnehmerin

„Internationale Akteure kooperieren in der Regel nur mit formal organisierten Nichtregierungsorganisationen (NRO), deren Mitglieder als Repräsentanten einer elitären Gesellschaftsschicht oft ihre eigenen Interessen verfolgen. Die durchaus sehr facettenreiche und aktive informelle Zivilgesellschaft hingegen wird von internationalen Akteuren oft „übersehen“. Als Gründe hierfür lassen sich mangelnde Englischkenntnisse, schlechte Erreichbarkeit, eine unzureichende Infrastruktur, sowie non-formale Organisationsstrukturen auflisten. Da informellen Gruppen, wie z.B. den Ältesten-Räten, Glaubensgemeinschaften oder Selbsthilfegruppen im gesellschaftlichen Transformationsprozess jedoch eine herausragende Rolle zukommt, sollte diesen zukünftig mehr Beachtung geschenkt werden.“

Zivil und Friedlich-Veranstaltungsbericht